KLABAUTERMANN

Wenn es unter Deck Klopft und Kracht und das Schiff knarzt dann ist das der Klabautermann. Der kleine Kobold soll den Seefahrern auf dem Schiff helfen heil wieder nachhause zurückzukehren. Um ihm dafür zu danken und ihn bei Laune zu halten, stellt man ihm Milch hin, die er leidenschaftlich gerne trinkt. Ist er guter Dinge, klopft und repariert er unter Deck aber treibt auch gerne Schabernack und wirft mit Brettern. Man sieht ihn nicht, tut man es doch, ist das ein Zeichen für Unglück, sei es ein Sturm, der Tod des Sichters oder sogar der Schiffsuntergang. Deshalb nahm man manchmal ein Huhn mit an Bord, denn diese kann er garnicht leiden und lässt sich dadurch vertreiben, so dass ihn keiner sehen kann. . . Dieser kleine Mann stammt aus dem deutschen und niederländischen Seemannsglauben und gilt noch heute als Symbol des Glücks und Schutzes auf See. Der Handel über das Meer gilt mit als das älteste Gewerbe der Menschheit und schon seit den Griechen begaben sich Menschen in die Gefahren der See. Obwohl wir heute durch technische Innovationen einige Risiken vermeiden können, ist das Meer noch immer eine unkontrollierbare Macht, welcher sich die Seefahrer ausliefern. Während einige Legenden die Angst nur verstärkten indem gerade die nordischen Meere von Monstern und aggressiven Walen besiedelt sein sollten, sollte der Klabautermann ein Gefühl von Kontrolle erzeugen. Wenn man den Schiffsgeist gut stimmte, konnte im besten Fall ein Schiffsunglück abgewendet werden.

FELIS DIABOLICUS

Die meisten Menschen halten zuhause eine felis catus, auch genannt britisch Kurzhaar. Ich hingegen habe mir lange Zeit das Zimmer bei meinen Eltern mit felis diabolicus geteilt. Ein ganz eigenes Exemplar namens Charly. Wenn es gerade kein Futter gibt ist sie eine sehr stille Katze, die gerne mal unauffällig in einer Ecke sitzt und alle vorbeigehenden abschätzig und misstrauisch beobachtet. . . Bei dieser Radierung handelt es sich um eine rein persönliche Erfahrung ohne ikonografische Anlehnung. Charly ist meine erste eigene Katze, welche mir meine Eltern schenkten. Lange Zeit war nicht sicher welches Geschlecht sie hatte, weshalb ich ihr einen neutralen Namen gab. Ich hatte immer die Vorstellung eines schwarzen Panthers, der elegant umherstreift, stattdessen bekam ich diese etwas zu klein und zu rund geratene Knutschkugel mit Stimmungsschwankungen, doch es hätte mich nicht besser treffen können.

SUPERBIA

"Und Gott sah das Licht, dass es gut war; und Gott schied das Licht von der Finsternis"
Superbia, der Hochmut ist nicht ohne Grund sie erste der Sieben Todsünden, zu denen noch Habgier, Neid, Völlerei, Wollust, Trägheit und Zorn zählen. Der Teufel soll ursprünglich ein Engel gewesen sein, der jedoch durch Hochmut aufsteigen wollte und sich Gott ebenbürtig fühlte. Erst durch diese erste Todsünde wurde er gestürzt, Licht und Dunkelheit wurden getrennt und die gesamte Heilsgeschichte konnte erst beginnen. . . Im Kreis hinter diesem ikonografisch aufgeladenen Motiv ist dieses Zitat der Erschaffung der Welt durch Gott zu lesen, hinter welchem auch der erste Sturz des Teufels steckt. Während er damals als Engel stürzt, kehrt er während der Apokalypse als siebenköpfiger Drache zurück und wird durch Erzengel Michael und seine Engel ein zweites mal gestürzt. Die sieben Köpfe des Drachen stehen für die Sieben Todsünden, während er diese zu Beginn der Zeit mit Hochmut und Habgier begann, verkörpert er sie am Ende der Zeit. Vor allem in der Druckgraphik entstanden einige allegorische Serien der Sieben Todsünden, durch welche sich einige Tiere als Symbole etablierten. Der Pfau z.B. symbolisiert den Hochmut, sowie der Löwe auch. Die Schlange kann als Symbol der Habgier verstanden werden, verweist jedoch auch auf die Rolle des Teufels im Sündenfall Adam und Evas. Auch Krone und Herz sind typische Symbole des Hochmuts.

ÜBER MICH

Ich bin Paula Schnellhardt und ich habe fast die gleiche Unterschrift wie mein Vater Peter Schnellhardt, weshalb ich an meine das Kürzel d.J. hänge. Da sich meine Graphiken meist mit frühneuzeitlicher Kunst auseinandersetzen, fand ich die Anlehnung an frühere Künstler-/Handwerker-Dynastien, bei welchen mindestens einer der Söhne den Namen des Vaters trug, passend und witzig. Ich studiere Kunstgeschichte aber setze mich dank meiner Eltern schon seit Langem auch mit der praktischen Kunst auseinander. Neben der häufig inspirierenden Theorie, bot mir die Universität in Tübingen auch die Gelegenheit, mich durch Aktzeichnen, Urban Scetching und Linolschnitt- sowie Radierungskurse auszuprobieren. Heute sind Graphiken nicht nur als Forschungsobjekt mein Steckenpferd, dem ich durch die Arbeit in der Graphischen Sammlung ausleben darf, sondern ich setze mich auch praktisch mit der Kaltnadelradierung auseinander. Dank meiner Eltern, die mich stets in meinen Ideen unterstützen, konnte ich diese Idee nun so weit ausleben dass ich ihnen meine Radierungen auf dieser Website präsentieren kann.
Die Motive habe ich vor allem den ikonografischen Traditionen der Kunst und ihrer Vertreter zu verdanken. Da ich gänzlich ohne Religion aufgewachsen bin, sind religiöse Themen für mich nur ein weiteres spannendes Motiv.
Vor allem Conrad Gessner, einen Schweizer Gelehrten aus dem 16.Jhd. muss ich hier noch erwähnen. Ich durfte ihn durch eine Hausarbeit kennenlernen und obwohl er mehr Naturwissenschaftler und -Philosoph als Künstler war, sprachen mich vor allem sein Werk und seine Persönlichkeit an. Obwohl er weder am Meer noch an den bekannten Handelsrouten lebte, nahm er sich vor alle Tiere in einer Enzyklopädie zu erfassen, sammelte und überprüfte Zeichnungen aus der ganzen Welt und zeichnete einige Vorlagen selbst. So entstand die Historia Animalium, durch deren Seiten ich mich immer wieder gerne zur Inspiration wühle.
Seit meiner Kindheit war das Meer für mich immer eine Faszination und durch die Auseinandersetzung mit dem vierten Buch der Historia Animalium wurde diese noch verstärkt. Während in der Frühen Neuzeit einige Erdteile oder zumindest die darauf lebenden Tiere noch unentdeckt waren, ist das Meer heute unser einziger Teil der Erde, den wir wie auf den Hunt-Lenux Globus mit Hic sunt dracones (Hier sind Drachen) als unbekannten und gefährlichen Ort kennzeichnen würden. Einige Forscher vermuten, dass weniger als 1% des Meeres erforscht sind und das obwohl wir heute viel mehr Möglichkeiten haben, zu sehen was dort unten geschieht. In der Frühen Neuzeit waren die Voraussetzungen für Gessner noch um einiges ungünstiger, weshalb gerade in seinem vierten Buch, dem Fischbuch, einige seltsame und teilweise sehr lustig erscheinende Wesen, wie der Meeresmönch auftauchen. Gerade diese haben mich durch die Verbindung zum Meer und durch ihr skurriles Dasein begeistert.
Ich hoffe durch meine Radierungen begeistern sie auch sie!

KONTAKT

E-Mail: paula.schnellhardt@gmx.de

Durch mein Studium und die Arbeit kann ich leider nicht sehr regelmäßig Drucken und kann daher keine normale Shopfunktion anbieten. Schreiben sie mir daher gerne per Mail welche Graphik sie gerne kaufen würden, dann kann ich ihnen sagen wann die Graphik fertig sein wird und an sie verschickt wird. Natürlich freue ich mich auch immer über Kritik und Vorschläge!